Eine Woche in Bildern.

Nun ja, es gibt nicht soviel zu erzählen. Die Halbzeit hab ich längst überschritten, der Sommer ist auch endlich da, und das gleich mal richtig. 35 Grad und so feuchte Luft, dass sie direkt am schon heissen Körper zu kondensieren scheint – das legt uns alle lahm. Deshalb verbleibe ich vorerst mit ein paar Schnappschüssen und dem wiederholten Versprechen, bald etwas Neues zu erzählen.

eure *sülf.

Mysteriöse Zeichen...

Mysteriöse Zeichen...

Ich lese sie als Wegweiser: Show me the way to the next Whisky Bar…

But all I find is beer.

buuuntes Bier.

buuuntes Bier.

Nach dem Bier: Popcorn Ping-Pong. Ein zufälliger Blick auf die Ladefläche eines kleinen Pickups.

reckless driving.

reckless driving.

mysterious creatures:

they come out at night...

they come out at night...

they come out at certain times...

they come out at certain times...

and they come out at art shows...

and they come out at art shows...

 

fuzzy wuzzy wasn’t fuzzy, was he?

(Frage: wärst Du lieber Kamm oder Katze?)  ;)

(Frage: wärst Du lieber Kamm oder Katze?) 😉

 

Das glaubt mir doch wieder keiner: Fuzzy und Wuzzy sprechen sich in der Farbe ihrer Augen ab…

Fuzzy und Wuzzy hecken was aus.

Fuzzy und Wuzzy hecken was aus.

 

Tornado season.

after the storm

after the storm

 

Ich und Digitalkameras ohne Sucher: das wird keine Freundschaft mehr. Ständig setzt sich meine Olympus selbst in Szene.

exit while you can.

exit while you can.

Und wenn mir nichts weiter einfällt: Bilder hab ich noch in petto. Bis bald also. *s

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quoting Titanic again: Aus der Serie „Schlechte Verstecke“ (2)

Hiding in chinks.

Hiding in chinks.

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quoting Titanic: Aus der Serie „Schlechte Verstecke“

hiding in whites

hiding in whites

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nachträglich zu Ostern

easter egg

easter egg

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German Traveldaybook Pt.2 – Better know your dives

Der heutige Titel ist geklaut, und zwar von Stephen Colbert. Es ist mir übrigens eine Wonne, meinen geliebten Colbert Report (französisch aussprechen!) nun endlich mal tagesaktuell und live zu sehen, anstatt immer nur mit bis zu einer Woche Verzögerung. (look it up: http://www.colbertnation.com/full-episodes)

Um Land, Kultur und Leute kennenzulernen macht es sich immer gut, Ess- und Trinkgewohnheiten der Einheimischen zu teilen. Nun, ich kenne die englischen Worte restaurant, bar und pub. Aber keines davon passt so richtig auf Kneipe, erst recht nicht wenn man – wie ich – in jeder Umgebung gerne eine „Stampe“ um die Ecke hat. Zum Glück hatte ich schon Anlaufkontakte bevor ich hier her kam, und ich stelle zufrieden fest, dass diese auch recht trinkfreudig sind. Aber zuerst zu den „restaurants“. Seltsamerweise ist das Speiseangebot fast durchweg überall mexikanisch ausgerichtet. Das gilt für Kneipen/Restaurants mit Namen wie „Betty Ford“ oder „Surly Girl“ genauso wie für eindeutigere Butzen namens „Rancho Alegre“.

La Vida Mexicana

La Vida Mexicana

In allen gibt es täglich Happy Hours und nicht selten sind die Schlangen davor recht eindrucksvoll. Zum schnell mal zwischendrin ersetzt der Burrito unseren Döner oder Dürüm Falafel. Ich weiss nicht ob es mir nur so vorkommt, aber ich hab den Eindruck, dass sogar die klassische amerikanische Pizza in Columbus von Fajitas, Tacos, Enchilladas und eben Burritos überholt wurde. Ich persönlich finde mexikanisch recht langweilig, wenn man Vegetarier ist. Nach nur zwei Wochen kann ich keine Bohnen mehr sehen!

Nach Bohnen und Käse braucht der Mensch Schnaps. Das „Rancho Alegre“ hat zwar die größten Margaritas und Daiquiris der Stadt, aber wenn man danach weitertrinken möchte, sind andre Kneipen besser.

Save a taco, eat umbrellas.

Save a Taco, eat umbrellas.

Den günstigsten Schnaps gibt’s in den „Dives“. Der Dive ist, wie der Name so schön verbildlicht, die Absteige unter den Kneipen. Der Dive serviert kein Esssen außer Erdnüssen, und hat meist einen anfangs sehr grummeligen Barkeeper hinterm Tresen stehen, der im Laufe des Abends immer netter wird. Nix Schnickschnack, nix Hippes, nur ehrliche Drinks. Der Longdrink kann sich sehen lassen: 2,50 $ für nen Single Shot, das entspricht ca. 3cl und die KneiperInnen lassen’s gut laufen. Bisheriger Gewinner unter den Dives ist das „Saint James“. An meinem ersten Abend dort war mir die Größe der Shots noch nicht ganz bewusst, also hab ich einen doppelten Wodka Tonic bestellt. Zuerst bekam ich große Augen, als der Barkeeper nicht aufhörte die Flasche senkrecht zu halten, dann bekam ich einen großen Schreck, weil ich rein gar keinen Tonic mehr schmecken konnte (ich ließ dann nachfüllen…), und dann bekam ich großen Schluckauf. 10 Dollar (entspricht 7,50 € entspricht ca. 15 cl) reichen durchaus aus, um auf den Billiard-Tischen tanzen zu wollen. (Zum Vergleich: in New York habe ich dieses Jahr erst den teuersten Stoli meines Lebens getrunken: 21 $ für einen double shot.) Leider wird man zum rauchen nach draußen gezwungen, was an sich nicht schlimm wäre wenn man wenigstens seinen Drink mit rausnehmen dürfte. Aber das geht nur in den wenigsten Kneipen, weil dafür eine teure Lizenz vonnöten ist. Und so findet man dann doch immer wieder in dunklen Ecken konspirativ zusammen….

...

Saint James' back door...

Auf dem zweiten Platz ist zur Zeit das „Pit Stop“, eine Biker-Kneipe mit Bühne, auf der mittelalte Männer Lieder im Stil von Steppenwolf, Crosby Stills and Nash und Ähnlichem zum besten geben und wo Frauen in Karotten-Jeans und Gürtel kurz unter der Brust dazu tanzen. Die Athmosphäre ist wunderbar, alle lieben meinen deutschen Akzent, und das Allerbeste ist: man raucht drinnen! Die obligatorische Runde Pool gegen den Barkeeper hab ich traditionsgemäß verloren.

Platz Nummer 3 muss sich „India Oaks“ mit „Rumba Café“ teilen. Das „Rumba“ hat einen netten Hinterhof, „India Oaks“ hat ein ähnliches Ambiente wie „Pit Stop“ und auch die gleiche Musik. Leider muss man in beiden Kneipen auch draußen rauchen, aber da kann man jeweils nett sitzen UND gleichzeitig trinken, und die eine hat ne Feuerstelle, die andre Heizlampen. „….Heizlampen! Feuer! Du Sissy!“ denkt ihr jetzt vielleicht, „es ist doch längst Frühling!“ Nun, kommen wir zum Wetter.

Der Sonnenschein, mit dem ich in meinem ersten Bericht angegeben habe, lässt sich zwar immer mal wieder blicken, aber ansonsten spielt das Wetter hier echt verrückt. Von einer Stunde zur nächsten wechselt es von feucht-tropisch-warm zu nasskalt-schottisch. Die Tornado-Berichte sind sicher auch in Deutschland angekommen… Gesehen hab ich keinen, aber es sind wohl ein paar davon an Columbus vorbeigezogen, extreme Winde im Schlepptau und Gewitter wie ich sie lange nicht gesehen habe. Mir wurde versichert, dass es noch nie einen Tornado-Touchdown in der Stadt gegeben hat, aber eigentlich hatte ich mir darüber auch gar keine Sorgen gemacht… Als dann aber mitten in der Nacht die Sirenen losheulten, da stand ich senkrecht. Als Ossi müsste ich zwar vertraut sein mit dem Geräusch, aber trotzdem musste ich unweigerlich an die endlosen Pioniernachmittage mit Weltkriegsveteranen denken, die mir mit ihren bildhaften Schilderungen schlaflose Nächte bescherten. Und obwohl ich mir schon dachte, dass es eine Unwetterwarnung sein muss, hab ich dann doch meinen Computer hochgefahren um sicher zu gehen, dass auch wirklich ein Tornado in der Nähe war. Danke weather.com.

Die Videoqualität lässt leider etwas zu wünschen übrig, aber ich denke man erkennt worum es geht. Ansonsten sind die schlimmsten Stürme zum Glück vorbeigezogen, obwohl ich ja schon auch gerne mal so ein Ding in echt gesehen hätte….

So, zum Abschluss noch meine „Gang“, zumindest der harte Kern: Sarah, Beth, Shauna, Zuzana.

The Gang.

The Gang.

Bis bald aus dem nächsten Dive,
*sülf

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visuelles update no.2

von außen: oben links.

http://wp.me/p1eCpT-5b

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Spring on Wilber Street

Mein Balkon, Südseite!Rauchen erlaubt, Sonne den ganzen Tag: hier lässt sich’s aushalten.

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German Traveldaybook Pt. 1 – Wer hat hier von wem die Nase voll?

Als eine der wenigen amerika-affinen Leute in meinem Umfeld übe ich ja sonst recht wenig oder nur sehr differenzierte Kritik an den allmächtigen US of A. Aber diesmal hat man mein Ego verletzt, und zwar zutiefst. Und das kam so.

Nach fast 17 Stunden, schlafmangelnd und hungrig (im Flieger gibt’s irgendwie immer weniger zu essen hab ich das Gefühl), nach überstandenem extrem windigen Touch Down in Toronto und ein wenig besorgt über die Verspätung (Anschlussflug in einer Stunde, herrjeh) warte ich auf mein Gepäck, welches ich persönlich durch Zoll und Prä-Einwanderungsbehörde durchlächeln muss. Zwei Inder mit dickem Turban (was machen all die Inder in Kanada? Im Flugzeug dachte ich im Halbschlaf mal kurz ich flöge schon wieder nach Delhi) beruhigen mich und weisen mir alle nötigen Formulare sowie die Durchgangstür für Transitreisende zu. Zwei Frauen mit breitestem Midlands-Akzent (Iike, you know, Iike theeeese peeeeeople that Iike speeeeak like almoost like Teaxas ienglish, you know, like) beschweren sich über die lange Schlange am Fingerabdrucks-Scanner und haben ihren Anschlussflug schon verpasst. Da, mein Rucksack kommt, great, jetzt schnell da durch, lächeln, nett sein, nicht provozieren. Die Kanadier sind ja die freundlicheren US-Amerikaner, sagt man immer so schön. Die Reihe kommt an mich, ich stehe einer Lateinamerikanerin gegenüber, ihr Englisch eindeutig nicht akzentfreier als meines. Ich sage artig Hallo, schiebe ihr mein ESTA, Pass, Zoll- und Einreiseformular rüber, lächle. Warte. Sie schaut mich an als ob ich ihr nen kalten Waschlappen in die Unterwäsche geschoben hätte. Das Kammerspiel beginnt.

Ich (lächelnd): „What?“
Sie, steinhartes Gesicht: „Borngpass“
ich, Bordkarte rüberschiebend: „Oh, sorry.“
Stille, Pass wird gescannt
sie: „Rei hä förs fer finkers“
ich: „What?“
sie (wütend-genervt): „PUT YA RIGH HAN FOUR FINKERS DOWN OTHE SCANNER!“
ich (überrascht): „Oh, sorry, I didn’t know I had to do it again.“
lege meine rechte Hand auf den Scanner, bezeichne mich innerlich als Doofkopf
sie (spöttisch-wütend, — ich verzichte ab hier auf die Transkription des Akzentes (man gewöhnt sich auch schnell)): „Why would you think that?“
ich (merkend, dass das Gespräch 180° falsch herum läuft): „I thought they were already in the data base.“
sie (sehr spöttisch nun, abschätzend, lauernd): „Who told you so? Surely not me!“
ich (demütig): „Oh no, I don’t know why i thought that. Sorry.“

Bin ja auch ganz schön doof. Naja, nach missglücktem Start kann’s ja nur noch schlimmer werden. Der Ton bleibt so bzw. wird grantiger. Nach dem Grund meiner Reise gefragt (auf der Einwanderungskarte hatte ich „Private“ angekreuzt, Stipendium gibt’s da ja nicht als Option), erzähle ich ihr, dass ich nach Columbus eingeladen worden bin, „for a residency“. Also geschäftlich? fragt sie mich. Ich verneine, denn arbeiten darf ich ja gar nicht, in diese Falle lass ich mich nicht locken! Aber, sagt sie, ich wäre ja kürzlich erst in den USA gewesen, oder etwa nicht? Nein, sage ich, da würde ich ihr zustimmen, ich war im Januar schon mal zehn Tage da. (Der Stempel im Pass sagt dick und fett 15. April, was das späteste Ausreisedatum gewesen wäre.) Und ich wäre also jetzt bis April geblieben und reiste nun schon wieder ein? Ich schaue sie verdattert an. Wie? Wie kommt sie denn darauf? Also, sage ich, ich war vom 15. bis 25. Januar zehn Tage hier, das müsste sie doch auch im System sehen, und jetzt käme ich gerade direkt aus Leipzig. Ein säuerliches „Aaaa—haaaa….“ von ihr. Auf ihre Frage nach der diesmaligen Dauer meines Aufenthaltes antworte ich, Schlimmes ahnend, mit Bangen und Zittern in der Stimme: „89 Tage.“ Das war’s, jetzt bin ich endgültig ein illegaler Immigrant. Wirtschaftsflüchtling im besten, Terrorist im schlimmsten Fall. Was ich hier zu tun gedenke? („art project“) Habe ich einen Rückflug gebucht? („of course“) Her mit der Bestätigung; und überhaupt,  was soll das, mein Visum so auszureizen? Nun ja, gebe ich zu Bedenken, das Stipendium ist ja auf 3 Monate ausgelegt, und eine Anwesenheit über die ganze Zeit ist erwünscht. Ihre Frage danach, wieviel Geld ich denn hätte um mich die 3 Monate zu versorgen kommt schon sehr lauernd und abschätzig daher, dann fragt sie nach meinem Beruf. Ich weiss nicht worauf sie hinauswill, schliesslich hab ich schon was von Stipendium, Arts Council, Kunst machen usw. erzählt, also straffe ich meine Brust und sage: „I’m an artist“. Sie schaut mich an, von oben bis unten bzw. dahin, wo sie blicken kann über den Tresen, wartet kurz und sagt dann: „okaaaaaay…….but what do you live on?“ Mein Ego ist zu diesem Zeitpunkt bereits herausgefordert und ich kann es nicht mehr beherrschen. Der Wortwechsel wird aggressiver, mein Kopf sagt „Not your fucking business, bitch!“ während ich mich sagen höre „I am a graphic designer as well, that’s what I make my money with.“ Ihr gehen wohl die Argumente aus, jedenfalls klappert sie etwas im Computer herum, murmelt was vor sich hin und schaut mich dann fragend an. Scheinbar war ihr Murmeln an mich gerichtet, ich schaue fragend zurück. Sie wiederholt sich also: „Make sure you don’t miss that flight or you’ll be in the bottom.“ Oder so, ich bin mir nicht sicher was ich zu verstehen habe, also frage ich nach. „In what bottom?“ und versichere ihr gleichzeitig, dass ich nicht vorhätte meinen Flug zu verpassen, warum auch? Nun so laut, dass alle es hören können die sich in Rufweite aufhalten, erklärt sie mir, dass ich nie wieder in die USA einreisen dürfte, wenn ich meinen Flug verpasse. Wie gesagt, mein Ego ist da schon eine Weile am Durchgehen mit mir, also erwidere ich ihr, aber immer noch unschuldig-freundlich, dass ich das nicht vorhätte und warum ist es eigentlich ein Problem, als Tourist mehrfach einzureisen? Dafür gäbe es doch das Visa Waiver Programm und es wäre doch auch für die USA toll, wenn ein deutscher Künstler in New York ausstellt, so what’s the problem? Jetzt kommt ihre große Minute. Sie lehnt sich über den Tresen, lächelt mich schmierig an und fragt mich, warum ich mit ihr diskutieren möchte, schließlich hätte sie mir eben einen Gefallen getan. Gefallen? (Stirnrunzeln auf meiner Seite) Ihr Computer hätte ihr angezeigt, dass Sie mir die Einreise verwehren soll, und das hätte sie auch tun können, hat sie aber nicht und ich sollte ihr dankbar sein. Das will ich genauer wissen. „Well, you’re here the second time in three months, you’re bringing three pieces of luggage, you don’t have a job, you don’t have money and so you have nothing that makes sure you’ll go back home.“ Da bin ich baff. Nichts was mich an zu Hause bindet? Kein Beruf? Kein Geld? Ich, als deutsche Stipendiatin, teurer Rückflug im Gepäck, werde als unrechtmäßiger Immigrant verdächtigt? (Und das alles von einer US-Amerikanerin mit lateinamerikanischem Akzent.) So schnell wird man also patriotisch…Asche auf mein Haupt. Eines will ich dann aber doch noch wissen, nämlich wieso man als Künstler keinen Beruf hat, das würde man von Mark Twain oder Jackson Pollock doch auch nicht behaupten. (Seltsam wieso ich mich gerade mit diesen beiden auf eine Stufe stellen wollte, das werde ich mal einer gründlichen Analyse unterziehen müssen.)  Ich dürfte mich ja gerne als Künstler bezeichnen, sagt sie, aber das ist eben kein „real job with paycheck“ am Ende des Monats. Ich stimme ihr zu, gebe aber zu bedenken, dass dieser Umstand es ja gerade schwer macht, in den USA illegal zu überleben, aber ich verstände ihren Standpunkt, dass der Künstlerberuf nicht auf einer Stufe mit einem „real job, like immigration officer“ steht. Bevor sie mich endgültig verhaften lässt greife ich meine Papiere, danke ihr für den Gefallen, den sie mir getan hat und verspreche ihr, dass ich mir vor der nächsten Einreise „a real job description“ besorgen werde. Mein Kopfschütteln kann ich grad noch so unterdrücken und das Zurückschauen auch.

Die danach folgende erneute Sicherheitskontrolle (das wundert mich immer wieder, wie soll man denn zwischen einem Flug und dem nächsten, wenn man nur hermetische Gänge langläuft, Waffen oder ähnliches besorgen?) habe ich mit dreifachem Durchgehen (in Stinkesocken) und mit Komplettauspacken meiner beiden Taschen grad so bestanden, aber Kanada wollte einfach nicht freundlicher werden. Rau und grau, innen wie außen, kein guter erster Eindruck des Landes mit den niedlichen Mounties. Auf dem letzten Flug des langen Tages, in einer Rüttelschüttelbombe vom Typ Bombardier Dash 8 (go Eighties!!) mit 20 Passagieren an Bord klarte es auf und ich hatte einen herrlichen Blick entlang des Eriesees und auf Cleveland aus nicht mal 6 Kilometern Höhe. Dann nur noch Sonnenschein-Suburbia soweit das Auge reicht, und ich wusste ich bin angekommen. Und da bleib ich jetzt erst mal.

all yours,
*sülf

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100 Jahre Weltfrauentag

a_kep

Stellt euch vor, es ist WELTFRAUENTAG und keine_r ge-denkt ihm. Dann ist entweder – im besten Fall – die Trennung der Geschlechter Geschichte oder der Tag gilt in einer oberflächlichen Massenkultur, die in Anlehnung an leicht verdauliche Wissenschaften (insbesondere den biologistisch argumentierenden Neurowissenschaften)  Geschlechterdifferenzen mit unterschiedlicher Gehirnentwicklung gleichsetzen und damit Ursachen für soziale Ungleichheit als natürlich determiniert nicht mehr zu hinterfragen brauchen, geschweige denn bekämpfen zu müssen, als antiquiert und uncool sowieso. Bei soviel „Freiheit“ bei der Rollenwahl, fällt es dann auch gar nicht auf, wenn Frauen wieder höher im Kurs als Objekt sexueller Begierde stehen, indem Puppen und Mädchen, Prostitution und Mutterschaft, Glamour-Models und Pornographie immer stärker miteinander vereinbar sind.

Natasha Walter hat den Sexismus 2.0 in ihrem Buch „Living Dolls“ thematisiert, das jetzt auf Deutsch vorliegt. Als sie in der 1999 erschienenen Analyse „New Feminism“ noch den Untergang des Sexismus prophezeit hat, ist die Erkenntnis „Ich räume bereitwillig ein, dass ich mich geirrt habe“ eine bittere Pille.

Aber wir gedenken noch immer des Weltfrauentages und feiern ihn heute im 100. Jahr und am besten mit dem NETZWERK XX  und Radio Blau:

NETZWERK XX
Dienstag, den 8. März, 18 – 23 Uhr auf RadioBlau
100 Jahre Internationaler Frauentag
100 Jahre, das sind doch mindestens genug Anlässe zu einem fünfstündigen Radiospecial der Redaktionen: Netzwerk XX, Zwischenraum, Tipkin, aktuell und Mrs. Pepsteins Welt. Vorläufiges Programm: 18 – 19 Uhr Zwischenraum mit dem Fokus international** 19 – 20 Uhr aktuelle (heute mit e am Ende) mit der Vorstellung spannender Leipzigerinnen und Beiträgen aus anderen Radios** 20 – 21 Uhr Fokus Geschichte** 21 – 22 Uhr Diskussionsrunde mit Studiogästen** 22 – 23 Uhr Eierlikör und gute Laune mit feministischen Lieblingshits

Radio Blau auf UKW 99,2 MHz, 94,4 MHz oder 89,2 MHz
Mehr Infos und live stream unter http://www.radioblau.de

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TIPKIN

REPEATBEAT heißt die nächste Sendung von TIPKIN – der Sendung für Feminismus und Alltagsschrott, Queer-Politics auf RadioBlau (UKW 99,2 MHz).

Wer kennt es nicht? Ein außergewöhnliches Ereignis und ein Lied, das die besondere Stimmung einfängt. Immer und immer wieder wird das Lied wiederholt, ein ums andere Mal, Endlosschleife, bis Ereignis und Lied im Zentralen Nervensystem zu einem Ganzen verschmelzen und gegenseitig erinnert werden.

Am 5.3., wie immer um 18 Uhr stellen die Moderatorinnen von TIPKIN ihre repeatbeat-Lieder und die zugehörigen Geschichten vor.

Also, einschalten, zuhören und sich an die eigenen Endlosschleifen erinnern!

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